Samstag, 20. August 2011

Der Start

Wie kam es eigentlich zu dieser Reise?

Vor ca. 2 Jahren traf Moritz auf einen Kochkollegen, der in Frankreich den Jakobsweg entlang gelaufen war und der von dieser Zeit so schoene Erlebnisse erzaehlte, dass Moritz ziemlich schnell angefixt war.
Das Lennard als Pfadfinder der richtige Partner fuer so jemanden wie Moritz ist liegt auf der hand... Sie sollten gleichzeitig mit Ausbildung und Abi fertig sein, das passte ganz gut.
Also setzten sie sich hin und schauten Routen und Orte aus die sie sehen und laufen wollten.
Als Abi und Ausbildung der beiden geschafft waren wurde die Planung konkreter. Zelt, Poncho, Kocher, Schlafsack, Isomatte, Wandersocken, Leatherman, Taschenlampe, Klamotten, Koschi, und vieles mehr wurde zusammen getragen und eingekauft und die Vorfreude wurde auch immer groesser.
Vor gut zwei Wochen war es dann soweit.
Moritz machte am Abreisetag noch ein paar Gehversuche mit Gitarre und Rucksack im Garten ("Die Gewichtsverteilung ist hier irgendwie ganz anders als im Laden") und ein paar Stunden spaeter ging es mit dem Bus nach Paris.

Die Reise beginnt.

Die beiden stiegen also aus dem Bus aus und recht schnell wurde klar, das Paris viel zu voll ist, viel zu viele Menschen, keine Ruhe und absolut nicht das was sie vor gehabt hatten. Also straight durch Paris durch zum Bahnhof. Mit dem TGV nach St Malo.

Saint Malo ist eine richtig schoene Stadt! Aum Rande der Altstadt geht ein kleiner gepflasterter Weg auf eine Insel auf der die Touris die Aussicht geniessen und die man aber nur waehrend der Ebbe erreichen kann. Bei Flut ist der Weg unter Wasser.
Das war natuerlich eine Garantie dafuer, dass niemand stoeren wuerde und so haben die beiden noch gewartet, bis alle Touris gegangen waren und haben ihr Zelt aufgeschlagen.
Die Flut kam.
Die Flut ging.
Die Flut kam wieder.
Moritz und Lennard krochen dann so langsam aus ihren Schlafsaecken.
Das dumme: Bis die Flut wieder gehen wuerde waren noch ein paar Stunden hin... Eine Flasche Wasser war noch da und die Essensrationen waren leer. Und es fing auch noch an zu nieseln...
Das war dann wohl das erste Mal, dass die beiden Hunger leiden mussten und nichts dagegen tun konnten. Ich hoffe es war auch das letzte Mal. Ich glaube ... ach, lassen wir das!
Na gluecklicherweise ist auf die Flut verlass!
Sie ging also wieder und die beiden konnten zurueck nach Saint Malo.
Von Saint Malo sollte es weiter nach St Brieuc gehen. Also die Karte rausgeholt und festgestellt, dass diese bloede Bruecke eine Autobahn ist, sie mussten also um die Bucht herumgehen... Umweg: 20km.
Das klingt im ersten Moment nach nichts, aber zu Fuss sind 20km verdammt weit!
Erst spaeter wurde klar, dass die Bruecke nur auf der Karte wie eine Autobahn ausgesehen hatte... verdammte Karten!
An der Kueste ging es dann weiter Richtung Westen und dort kamen sie auch an den schoensten Platz, den sie bisher auf der Reise gesehen haben. Das Cap Frehel. Steilkueste wie aus dem Bilderbuch und vor ihnen nur Wasser!
Ich weiss nicht genau ob es dort war, aber auf dem Weg nach Saint Brieuc trafen die beiden auf ein sau nettes Ehepaar. Von denen wurden sie noch zum Essen eingeladen und haben zusammen gefruehstueckt. Sogar eine Dusche haben die beiden ihnen angeboten.
Und an dieser Stelle will ich einmal etwas loswerden. Moritz hat mich gebeten einmal mit diesen Vorurteilen aufzuraeumen, die wir hier in Deutschland gegenueber den Franzosen haben. Sie sind schon auf einige Leute getroffen und die waren alle unglaublich freundlich und haben sich alle mit ihnen auf Englisch verstaendigt! Die Verschlossenen Franzosen, die kein Deutsch koennen sind ihnen jedenfalls noch nicht ueber den Weg gelaufen!

Mittlerweile sind die beiden in Saint Brieuc angekommen und von dort aus hat Moritz mich auch ueber Skype erreicht.
Aus dem Inetcafe heraus wollten sie noch in einen Schuhladen, denn mit Sneakers zu wandern, das war recht bald klar, ist scheisse...

Hier hab ich mal den groben weg eingezeichnet, den die beiden gelaufen sind. Ist nichts praezises, aber so bekommt man mal einen Eindruck wo die beiden ueberhaupt herumlatschen.


Und noch etwas:
Brot, Brie und Marmelade sind NICHT franzoesisch!








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